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LEXIKON: DIE TROMPETEN-INSTRUMENTE

Trompeten symbolisieren seit Menschengedenken das Göttliche und dienten schon immer sowohl bei religiösen als auch bei weltlichen Ritualen. In weltweit fast allen Kulturen stehen meist zwei, gelegentlich drei Trompeteninstrumente (auch aus Muscheln, Horn und Menschenknochen etc.) als Synonym für Gott. Schon immer waren Trompeten in der Kriegführung und als Signalinstrumente der Türmer wichtig. Diese waren städtische Angestellte, die zu bestimmten Zeiten und bei Gefahren wie Feuer oder nahenden Feinden Alarm blasen mussten. Bis zum 18. Jahrhundert gab es in Deutschland Zünfte, in welchen sich Trompeter und Pauker mit kaiserlicher oder königlicher Erlaubnis zusammenschließen durften. Sie genossen, wie alle Zünfte, viele Vorrechte. So wurde anderen Musikern beispielsweise das Trompeteblasen verboten. Trompeter konnten damals nur in Zünften ausgebildet werden; ein Trompeter durfte nur einen Schüler haben, es sei denn der eigene Sohn war der zweite. Ein eindeutiger Nachteil war es allerdings, daß die Trompeter im Kriegsgeschehen oft das erste Ziel des Gegners waren. Orchestermusiker wissen, daß sich daran bis heute nichts geändert hat. Noch immer gilt die Trompete neben ihrer königlichen Schwester, der Orgel, als das prächtigste Musikinstrument. Am Ende dieses Jahrtausends, in einer Zeit der Unstetigkeit, ist es eine beruhigende Gewißheit, daß wenigstens auch das zukünftig so bleiben wird.

Wolfgang Huhn 1999

Ein Trompetenventil. Erst die Erfindung von Ventilen - es gibt auch die Variante der deutschen Drehventile - machte das Blasen aller Töne auf den Trompeten möglich, also die Chromatik.

Barock- oder Naturtrompete

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die einzige und ursprüngliche Trompete. Eigentlich müsste sie "Bachtrompete" oder "Händel-, Telemann- Torellitrompete" heißen.

 

Lange Trompete ohne Ventile in unterschiedlichen Stimmungen. Der Vorgänger unserer modernen Instrumente. Heute werden Barocktrompeten wieder benutzt, um die „alte Musik" möglichst wie damals erklingen zu lassen. Früher hatten die Instrumente auch keine Löcher, die uns heute als Spielhilfen vor allem zur Verbesserung der Intonation dienen. Da die Barocktrompeten im Verhältnis zu modernen Trompeten sehr groß sind, bläst man sie besser auch mit einem größeren Mundstück. Das Blasen der Barocktrompeten ist noch schwieriger als das der Piccolotrompeten und erfordert für das Musizieren in der hohen Lage die absolute Beherrschung der Trompetentechniken.

Dreiventilige* Hohe Trompete oder Piccolo-Trompete

"Bachtrompete" ist eine iirreführende Bezeichnung!

Zur Zeit von Johann Sebastian Bach (1685-1750) gab es ventillose Trompeten, die wir heute „Naturtrompeten" oder „Barocktrompeten" nennen. Oft werden fälschlicherweise die modernen hohen Trompeten oder Piccolotrompeten (siehe das Bild links und im Trompetenlexikon zu dem Begriff Piccolotrompete) im Volksmund als „Bachtrompete" bezeichnet. Bach schrieb übrigens auch für „Zugtrompeten", diese gerieten aber mit der Erfindung der Ventile ebenso in Vergessenheit wie die Ende des 17. Jahrhunderts erfundene „Klappentrompete", für die Haydn und Hummel ihre berühmten Konzerte schrieben und die heute auch wieder eine Renaissance erfährt.

Das Bild zeigt eine moderne 3ventilige Hoch A/B-Trompete. Es gibt auch 4-ventilige Instrumente, siehe ganz oben.

Zwei Cornetti

Cornetto ist die italienische Bezeichnung für Zink. Ursprünglich Tierhorn. Gewöhnlich aus Horn oder Holz bestehendes Grifflochhorn in unterschiedlichen Bauformen mit einem kleinen geschnitzten Mundstück, welches einem Trompetenmundstück ähnlich ist. Das Cornetto war besonders im 16. und 17. Jahrhundert sehr beliebt. Giovanni Gabrieli und sein Schüler Heinrich Schütz schrieben viel Musik für Zinken und Renaissanceposaunen, welche heute gerne von modernen Blechbläserquartetten gespielt wird. Der Zink klingt sehr nasal, wobei er sich sehr gut mit der menschlichen Stimme mischt, ist jedoch schwer zu blasen, vor allem, weil es nötig ist große Intonationsprobleme zu bewältigen. Auch dieses Instrument geriet in Vergessenheit und erlebt mit der historisierenden Aufführungspraxis eine Wiedergeburt. Wie schon zu seiner Blütezeit wird der Zink auch heute oft von Trompetern geblasen. Dazu wird er häufig seitlich an die Lippen gesetzt!

Kornett oder  „Cornet à pistons"

 Nicht zu verwechseln mit dem „Cornetto" (siehe da). Aus dem Posthorn entwickeltes Ventilinstrument mit kugelförmigem Kesselmundstück, welches, bedingt durch die engere, länger konische Mensur des Kornettes, kleiner ist als ein Trompetenmundstück. Das Kornett hat insgesamt die gleiche Rohrlänge wie eine Trompete gleicher Stimmlage, aber ein längeres, mehrfach gewundenes Mundrohr und einen kürzeren Schallbecher. Da das Instrument - wegen seiner Bauart - näher am Bläser gehalten wird, ist es für Kinder handlicher und wird deshalb für den Anfängerunterricht bevorzugt. Es ist aber durchaus ein vollwertiges Musikinstrument, das von vielen Komponisten seit Beginn des letzen Jahrhunderts für Orchesterstücke eingesetzt und auch als virtuoses Soloinstrument (Louis Armstrong, etc.) bekannt wurde. Jean Baptiste Arban und Herbert L. Clarke schrieben ihre berühmten Werke für das Kornett.

Bügel- oder Flügelhorn

Weiter mensuriert und mit einem Mundstück mit tieferem Kessel geblasen, ist dieses Instrument dem Horn verwandt. Es klingt entsprechend weich und wird in der klassischen Musik so gut wie nicht verwendet, jedoch um so lieber im Jazz.

 

* Eine vierventlilige Piccolotrompete in Hoch-A ist übrigens ganz oben zu sehen. Sie wurde - wie einige andere Trompeten - für mich in China gefertigt und trägt daher auch meinen chinesischen Namen "Hu Wohu", 胡 卧 虎,  d. h.  "Hu, der lauernde Tiger" und eine entprechende Tiger-Gravur.

Hohes Horn oder Corno da Caccia

Die "Corno da Caccia"-Stimmen von Kantaten, Konzerten oder Sonaten, welche für die meisten Hornisten zu hoch sind, wie beispielsweise in "Gott, der Herr, ist Sonn´ und Schild" oder in der h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach (in diesem Fall abwechselnd zur Trompete) sowie auch z. B. das Konzert-Rondo in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart bläst Wolfgang Huhn auf einem solchen Corno. Es handelt sich dabei um ein Ventilhorn, mit dem er wie auf einer B-Trompete die Hohe Lage leicht bewältigt aber auch sehr tief blasen kann.

Große Trompete in Bb oder C

Die Trompete, die jeder kennt. Abbildungen: Oben mit Pump- bzw. Perinetventilen, unten mit deutschen Drehventilen.

 

Überwiegend zylindrisches, eng mensuriertes Metallblasinstrument (Messing, Goldmessing, Neusilber, Silber; nicht veredelt, lackiert, versilbert oder vergoldet) mit halbkugelförmigem Kesselmundstück. Je länger die Rohrlänge, desto tiefer ist die Grundstimmung des Instrumentes, je kürzer, desto höher (siehe: Piccolotrompete). Die Trompeten in B und C sind die heute am meisten gebräuchlichsten Instrumente (siehe auch: Seite 6, Instrumentenkunde).

        

Trompeten-Mundstück

Die Wahl der passenden Mundstücke als Verbindung zwischen dem Musiker und seinen Instrumenten ist ebenso wichtig wie die Wahl der richtigen Instrumente und benötigt viel Erfahrung, Fachwissen und Sensibilität. Weitere Erklärungen hierzu und zu der Wahl des richtigen Instrumentes finden sich im Band 2 der Studien für Trompete und hohe Trompeten.

 

Trompeten in C,  D, Es, E, F, G

Trompeten werden immer nach ihrem klingenden Grundton benannt. Wir verwenden heute alle oben genannten Stimmungen, wobei man immer von der Großen Trompete in Bb nach oben rechnet. Trompeten in As oder A werden heute eher nicht mehr geblasen, man transponiert dann lieber, siehe unten. Die höchste heute gebräuchliche Trompete ist eine Hohe Trompete in C (siehe Abbild auf dem Band 2 der Studien für Trompeten und Hohe Trompeten), sie wird aber äußerst selten und meist nur für besonders hohe Werke geblasen. In der Romantik wurde neben der As- und A- auch die große F-Trompete verwendet, die tiefer ist als unsere heutige große Trompete, sie wurde zur Notation eine Oktave höher geblasen, deswegen transponieren wir in der Oper oder im Sinfonieorchester F-Stimmen mit der Bb-Trompete nach oben. Auch Kornette verwenden wir nach wie vor, wenn auch sehr selten, in Es und in A.

 

Transposition

Alle guten Trompeter beherrschen das Transponieren, d. h., das Blasen der notierten Töne in anderen Tonhöhen, sowohl nach oben (C, D, Es, E, F, G) wie nach unten (A und As). Oft ist es im Orchester üblich, für alle Transpositionen ein einziges Instrument zu benutzen; meist die Bb-Trompete. Das Transponieren geschieht aber auch aus klanglichen Gründen, weil kleinere Instrumente beispielsweise schlanker klingen, oder aus Intonationsgründen. Ab der Romantik war es üblich, dass Komponisten u. U. innerhalb weniger Takte die Transpositon der Trompete änderten, dann muss man quasi umrechnen.

Eine Sonderstellung nimmt die Aida-Trompete ein, die es in H- und As-Stimmung gibt und, die von Giuseppe Verdi für seine Oper Aida erfunden wurde, denn mit nur einem Ventil und ohne Bogen-Windungen wirkt das Instrument besonders heroisch und ähnelt den allerdings sehr viel kürzeren Ägyptischen Trompeten, die man in der Pyramide Tut Anch Amuns fand. Dieses Foto entstand in den 80er Jahren bei einer Aufführung in der Oper Frankfurt am Main.

 

Der originalgetreue Nachbau einer römischen Trompete, die ich in einem Museum ausprobieren durfte.

Wolfgang Huhn

Diplom-Musiker

 

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Aktualisiert im August 2017

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